Jugend forscht: Gute Resonanz für digitale Durchführung

Die Unternehmerschaft Niederrhein wird den kommenden Regionalwettbewerb von Jugend forscht digital durchführen. Mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen will der Verband kein Risiko eingehen. „Als Ausrichter des Regionalwettbewerbs Niederrhein sind wir verantwortlich für die Sicherheit von Teilnehmern und Besuchern“, so Dr. Ralf Wimmer. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Unternehmerschaft Niederrhein und Patenbeauftragte des Regionalwettbewerbs hätte diesen in diesem Jahr zwar gerne in Präsenz durchgeführt, blickt wegen der guten Erfahrungen im letzten Jahr mit der Corona-bedingt ersten Online Variante des Wettbewerbs aber positiv auf den 8. März. „Unter enormen Anstrengungen kann Jugend forscht virtuell fast genau so gut funktionieren“, resümiert er. „Auch wenn der Spirit von Deutschlands größtem Wettbewerb für Jungforscher dabei ein Anderer ist.“

Der Live Charakter sei etwas ganz Besonderes gewesen, erinnert sich die 22-jährige Anna Karl aus Moers. Sie hatte bei der letzten Präsenz-Variante von Jugend forscht in Krefeld 2019 den Regionalsieg im Fachgebiet Biologie eingeheimst. „Ich habe mich damals mit der Reduktion von Stickoxiden durch biochemische Verfahren beschäftigt und ein Bakterium ausfindig gemacht, mit dem ich in einem chemischen Verfahren Stickstoffmonoxid abbauen konnte“, erinnert sie sich. „Meine Ergebnisse vor Ort vor der Jury zu präsentieren war ein tolles Gefühl.“ Zudem habe sie den Blick nach rechts und links genossen. „Ich war im Seidenweberhaus mit so vielen Jugendlichen zusammen, die mit Herzblut bei der Sache waren. Sie alle hatten wie ich monatelang getüftelt und geforscht, waren stolz auf ihre Projektarbeiten. Das hat uns irgendwie verbunden.“

Dieser Charme gehe bei einer virtuellen Durchführung natürlich verloren, so der Leiter des Krefelder Regionalwettbewerbs, Dr. Thomas Zöllner. Dennoch biete ein Online-Wettbewerb auch Vorteile. „Beispielsweise kommen die Jurymitglieder nicht alle aus dem Krefelder Raum, sitzen teilweise weit weg. Für sie ist es deutlich einfacher, sich virtuell zuschalten zu können.“
Auch den Zuschauern habe der Regionalwettbewerb in der Online-Durchführung Spaß bereitet. „Mit 900 zugeschalteten Endgeräten bei der Siegerehrung im letzten Jahr und damit einer Zuschauerzahl im guten vierstelligen Bereich war die Resonanz fast genauso groß wie bei vorangegangenen Live-Versionen im Krefelder Seidenweberhaus.“

Ein weiteres Plus der virtuellen Durchführung sei das Fünkchen weniger Aufregung, von dem auch Maximiliane Otto schon profitiert hat. Die 17-jährige Krefelderin war beim virtuellen Regionalwettbewerb letztes Jahr als Regionalsiegerin im Fachbereich Arbeitswelt hervorgegangen. Sie hatte sich mit dem Corona-bedingt notwendigen Lüften in Klassenräumen beschäftigt und basierend auf den räumlichen Gegebenheiten des Gymnasiums am Moltkeplatz einen Algorithmus entwickelt, der das Lüften unter energetischen und infektiologischen Gesichtspunkten aufgreift, untersucht und optimiert.
„Meine Ergebnisse vor der Jury zu präsentieren, war ein großer Moment für mich. Da können einem die Nerven schon einmal durchgehen. Dass ich vor meinem Rechner in einem irgendwie privaten, geschützterem Raum war, hat mir jedoch Sicherheit gegeben.“

Nichtsdestotrotz sei es ein Drahtseilakt, den Regionalwettbewerb Niederrhein online zu stemmen aber einer mit Netz. „Die Unternehmerschaft Niederrhein hat das Format im Laufe der Zeit zu einem der teilnahmestärksten Regionalwettbewerbe bundesweit entwickelt. Trotz Pandemie werden auch dieses Mal wieder 123 Teams am Wettbewerb teilnehmen. Das sind viele virtuelle Jurygespräche und Videokonferenzen, die organisiert werden müssen“, prophezeit Dr. Zöllner mit Blick auf den technischen Aufwand. „Langfristig soll der Regionalwettbewerb Niederrhein daher unbedingt wieder in Präsenz stattfinden“, ergänzt Dr. Wimmer. „Auch der ganz besonderen Stimmung wegen.“

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